Datum
28.11.2023
Themenbereiche
Landmanagement
Regionen
Kasachstan
Projekte
Image
Italienische Heuschrecke während der Eiablage in Kasachstan.

SDG-Erfolgsstory: Locust-Tec

Die innovativen Ansätze des CLIENT II-Projekts Locust-Tec zur Verhinderung von Heuschreckenausbrüchen und -plagen stärken die Ernährungssicherheit und tragen zur Erreichung des SDG 2 „Kein Hunger“ bei. Durch die Reduzierung der chemischen Bekämpfung von Heuschrecken leistet das Projekt auch einen Beitrag zum SDG 15 „Leben auf dem Land“.

In verschiedenen Regionen der Welt sind Heuschreckenausbrüche und -plagen eine ernste Bedrohung für die Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Umwelt. In Afrika, Zentralasien, dem Kaukasus, Australien, Südeuropa und Südamerika gab es in den letzten Jahren zahlreiche lokale und überregionale Heuschreckenausbrüche. Heuschreckenausbrüche und -plagen verursachen hohe wirtschaftliche Schäden und bedrohen die Existenzgrundlage der lokalen Bevölkerung. Zunehmend heiße und längere Dürrezeiten in gemäßigten Breiten und häufigere Starkniederschläge über Wüstengebieten – teils bedingt durch den Klimawandel – begünstigen die Ausbrüche verschiedener Arten. Auch eine Änderung von Landnutzung in den Heuschreckenhabitaten kann zu Ausbrüche führen. Abgesehen von der direkten Bedrohung der Ernährungssicherheit durch Heuschrecken, ist deren Bekämpfung oft mit dem Einsatz giftiger Chemikalien verbunden. Diese Chemikalien führen auch zur Vernichtung von anderen Insekten und Lebewesen, zur Kontamination ganzer Ökosysteme, sowie zur gesundheitlichen Gefährdung der lokalen Bevölkerung.

Zur Verbesserung dieser Situation hat das deutsch-kasachische Projekt Locust-Tec in der BMBF-Fördermaßnahme CLIENT II innovative Technologien zur Überwachung und zur Vorhersage von Heuschreckenausbrüchen in Kasachstan entwickelt und erprobt. Das Projekt verfolgt dabei drei Ziele: Die Verbesserung der Heuschrecken-Ausbruchsvorhersage, des Monitorings sowie der präventiven Bekämpfung von Heuschreckenausbrüchen. Um diese Ziele zu erreichen, setzt das Projektteam auf die Nutzung von modernen Technologien wie z.B. Fernerkundung, Drohnen, sowie zielorientierte digitale Datensammlung und -übertragung. Dank der Informationen aus dem verbesserten Monitoring können die Verantwortlichen früher mit der Bekämpfung akuter Ausbrüche beginnen. Ausbrüche, die noch im Anfangsstadium sind, können besser mit umweltschonenden Methoden, wie etwa Biopestiziden, traditionellen oder mechanischen Strategien bekämpft werden. Auf diese Weise kann man den großräumigen Einsatz von Insektiziden erheblich reduzieren.  

Das Projekt Locust-Tec unterstützt zunächst die Landwirte und die lokale Wirtschaft in Kasachstan, aber die Technologien und die Anwendung, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, können skaliert und in anderen Ländern und Regionen der Welt weit über Kasachstan hinaus eingesetzt werden - auch für andere Schädlinge und Krankheiten in der Landwirtschaft. Der präventive Ansatz trägt auch dazu bei, die Ausbreitung von Schädlingen in der gesamten Region zu verhindern, was Auswirkungen auf internationale Lieferketten haben kann. Auf diese Weise hat das Projekt das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherheit (SDG 2) sowie zum Schutz lokaler Ökosysteme (SDG 15) zu leisten. Darüber hinaus leistet das Projekt auch indirekt einen Beitrag zu SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ sowie zu SDG 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“.

Weitere Informationen finden Sie auf der Locust-Tec Projektseite und in diesem Video.